Schon zum zweiten Mal ist es nun dazu gekommen, dass ich meinen geplanten Kurzaufenthalt in Peking unfreiwillig verlängern muss. Vielleicht ein Zeichen?! In jedem Fall habe ich meiner notwendigen Visaverlängerung eine wunderbare Woche zu verdanken! Der schon zweite schottische Ball in diesem Jahr hat sein indisches Äquivalent bei Weitem übertroffen – mit lustigen Leuten an unserem Tisch, einer Spontanentkleidung beim Tanzen (Camille, merke: keine engen Kleider zum Schottenball!) und natürlich einer ganzen Menge Whisky, der bei so manchen Teilnehmern seine Spuren hinterließ!
Die restliche Zeit in Peking habe ich genutzt, um Freunde zu sehen, Pläne zu schmieden und viel nachzudenken – wie die meisten von euch wissen, überlegen David und ich ja momentan, wohin die Reise als Nächstes gehen sollte. Meine Zeit in Delhi geht in jedem Fall Ende April zu Ende, und danach läuft vorerst mein Vertrag in Peking weiter bis Mitte nächsten Jahres. Über mögliche Aufgaben unterhalte ich mich gerade mit unseren Kollegen in Peking und Stuttgart, aber so viel ist sicher – an Arbeit wird es nicht mangeln!
In Peking gab es außerdem noch zwei Highlights: die Verlobung meiner lieben Freundin Kathi und ihre Abschiedsparty vier Tage später! Ihr mittlerweile Versprochener hatte sich richtig ins Zeug gelegt, um ihr einen unvergesslichen Tag zu bereiten – mit Besuchen an allen Orten, die ihre Beziehung besonders beeinflusst haben, und dem absoluten Höhepunkt – ein romantischer Antrag über den Dächern der Hutongs, auf Davids Terrasse, im Kerzenlicht! Kathi allerdings alles dran gelegt, die Pläne zu vereiteln, so dass wir ihr am Ende sogar vorgaukeln mussten, ICH würde mich mit David verloben, weil sie partout nicht das Haus verlassen wollte! Am Ende war jedoch alles gut, Kathis Mascara gleichmäßig im ganze Gesicht verteilt und ihr Freund um eine ganze Menge Geld ärmer, aber tausendmal glücklicher! Das Ganze wurde standesgemäß beim Japaner gefeiert und mit Sake begossen, wie es sich gehört.
Zurück in Delhi, gab es wieder einen schönen Temperaturschock – von minus fünf auf fünfundzwanzig Grad in acht Stunden! Hier wird es mittlerweile am Tag wirklich ziemlich heiß, und ich bin inzwischen ganz froh über den kühlen Steinfußboden in meiner Wohnung. Die Hitze scheint auch dem Stromnetz zu schaffen zu machen, dass öfter ausfällt als je zuvor – im Durchschnitt über acht Stunden pro Tag. Da der Generator für meine Wohnanlage direkt unter meinem Fenster steht und mehrmals in der Nacht zu tuckern anfängt, als würde ein Traktor neben meinem Kissen stehen, schlafe ich mittlerweile nur noch mit Ohrstöpseln, obwohl ich die eigentlich ziemlich unangenehm finde – hat jemand eine besser Alternative? Und nein, den Kopf ins Kissen einzunähen zählt nicht ;-)
Wednesday, March 4, 2009
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